Der FC Bayern ist sich mit Nathaniel Brown von Eintracht Frankfurt einig. Für einen Transfer es vier gute Gründe. Drei Punkte sprechen aber auch dagegen.
Pro-Argumente
Spielweise: Brown vereint schnelle Beine mit einem feinen linken Fuß. 35,78 km/h Topspeed machen ihn zum zehntschnellsten Spieler der abgelaufenen Bundesliga-Saison. Darüber hinaus ist er mit dem Ball selbstbewusst, hat Spielwitz und Offensivdrang. 20 Scorerpunkte in 75 Spielen für Frankfurt können sich sehen lassen. Defensiv zählt Brown statistisch im Bereich der Bodenzweikämpfe zu den besten Außenverteidigern in Europas Top-Fünf-Ligen.
Davies-Verletzungen: Die Bayern verfügen hinten links eigentlich über einen der besten Spieler überhaupt. Doch bei Alphonso Davies (25) reiht sich mittlerweile eine Verletzung an die andere. Der FCB denkt sogar über einen Verkauf des Großverdieners nach. Brown wäre ein spannender Nachfolger oder aber auch Konkurrent beziehungsweise Backup.
Kaderlücken: Kommt Brown, müssten die Bayern auf der Linksverteidiger-Position nicht mehr improvisieren. Konrad Laimer (28) und Tom Bischof (20) wären dadurch frei für Einsätze im Mittelfeld, sodass sich der FCB einen teuren Eins-zu-eins-Ersatz für Leon Goretzka (31/geht ablösefrei) sparen könnte. Josip Stanisic (26) könnte zudem häufiger als bisher im Abwehrzentrum aushelfen.
DFB-Block: Brown ist drauf und dran, sich einen WM-Stammplatz im DFB-Team zu sichern. Ziel der Bayern war schon immer, möglichst viele deutsche Nationalspieler zu stellen. Mit Brown käme ein weiterer hinzu. Mehr noch: Der 22-Jährige ist sogar gebürtiger Bayer beziehungsweise Oberpfälzer, kam 2003 in Amberg zur Welt und wurde beim 1. FC Nürnberg ausgebildet.
Contra-Argumente
Sportliche Schwächen: So stark Brown am Boden verteidigt, etwa auch schon Lamine Yamal (18/FC Barcelona) in der Champions League an die Kette legte, so große Schwächen hat der 1,76 Meter-Mann in der Luft. Nur rund 43 Prozent gewonnene Kopfballduelle sind im Außenverteidiger-Vergleich in Europa ziemlich schwach. Zudem lässt Browns Flankenpräzision zu wünschen übrig. Das sind aber beides Themen, an denen junge Spieler gut individuell arbeiten können.
Preis: Die Eintracht erhofft sich, so war es in der Vergangenheit zu hören, sagenhafte 60 bis 65 Millionen Euro Ablöse für Brown. Doch durch das Verpassen des europäischen Wettbewerbs steigt in Frankfurt der Verkaufsdruck. Der Preis für Brown könnte noch fallen. Die Bayern stellen sich 50 Millionen vor. Dennoch: Ist Brown nicht gleich als Stammspieler eingeplant, wäre er angesichts seines noch bis 2030 gültigen Vertrags in Frankfurt schon ziemlich überteuert. Der strenge Bayern-Aufsichtsrat um Uli Hoeneß wird dahingehend Fragen an die Sportliche Leitung um Max Eberl haben.
Eigene Talente: Gerade die zweite Reihe im Kader wollen die Bayern eigentlich gerne mit Talenten aus dem eigenen Nachwuchs besetzen. Hinten links machte zuletzt Deniz Ofli (19) aus der zweiten Mannschaft auf sich aufmerksam. Mit Maximilian Hennig (19) kehrt im Sommer ein deutscher U17-Welt- und Europameister von seiner erfolgreichen Leihe nach Österreich beim TSV Hartberg zurück. Ihnen wäre mit einem Brown-Transfer der Weg in die Profi-Elf wohl verbaut.
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